Vergessene Schicksale

Anton Bayr

Vergessene Schicksale

Überlebenskampf in sowjetischen Lagern – ein Kriegsgefangener erinnert sich. Deutsche kamen in zwei Schüben ins Land der Donkosaken. Eine kleine Gruppe von Beamten, Offizieren, Unternehmern und Handwerkern lebte seit Beginn des 19. Jahrhunderts in drei Städten am Unterlauf des Dons. Sie legten den Grundstein zu späteren evangelischen Kirchengemeinden. Bis zum Ersten Weltkrieg nahmen deutsche Stadtbürger teil an der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklung des Gebiets. Besonders rasant verlief diese Entwicklung in der aufstrebenden Wirtschaftsmetropole des Südens, der heutigen Gebietshauptstadt Rostow. Dort entstand die größte städtische Gemeinde im Dongebiet, daher wurde 1898 der Sitz eines evangelischen Propstes dorthin verlegt.

anton_bayrUnter Zar Alexander II. wurde es der nichtkosakischen Bevölkerung Rußlands erlaubt, auch in Kosakenterritorien zu siedeln. Deutsche Kolonisten, vor allem aus den deutschen Schwarzmeerkolonien, nutzten diese Möglichkeit seit den 1870er Jahren und gründeten Tochterkolonien im schwach besiedelten Dongebiet. Schon um 1900 verfügten sie über einen ansehnlichen Bodenbesitz, auf dem sie neben Getreideanbau auch Viehzucht, schließlich Mühlen und metallverarbeitende Industrie betrieben. Parallel zum Wirtschaftsboom in Rostow machten 34.000 Siedler bis in den Ersten Weltkrieg ihr Glück im Dongebiet.

Die Geschichte der Dondeutschen zeigt auch, weshalb sie sich nach dem Ersten Weltkrieg immer weniger halten konnten: war der Erfolg zu schnell vonstatten gegangen, so daß die Entwicklung geistig-kultureller Institutionen nicht mithalten konnte, die für die Bewahrung ihres Deutschtums so wichtig waren? In den 1930er Jahren verschwinden ihre Spuren, nachdem im ersten Jahrzehnt der Sowjetherrschaft die Dondeutschen sich wieder zu konsolidieren schienen. Der Verfasser legt vor dem Hintergrund einer bewegten, hundertjährigen Entwicklung die anschauliche Chronik zu einer Teilgruppe der Deutschen in Rußland vor, die bis zum Ersten Weltkrieg zu den reichsten Kolonisten in Rußland zählte. Erfolg und Schicksal der Dondeutschen lagen bisher völlig im Dunkel der Forschung, das der Freiburger Osteuropa-Historiker mit reichhaltigen Archivquellen aufhellen kann.

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