Beruf und Berufung – auf eigene Talente und Fähigkeiten vertrauen

Irina Braun

braunKompetenz und Kommunikationstalent

Berufliche Qualitäten ebenso wie Kommunikationstalent, Integrationsbereitschaft, Führungskompetenz und organisatorische Fähigkeiten der Dipl.-Betriebswitrin Irina Braun (31) werden bei ILS-EAST Logistik GmbH im hessischen Rödermark hoch geschätzt. Sie wurde in Omsk/Russland geboren und studierte dort vier Semester an der Pädagogischen Fachhochschule. In Deutschland erwarb sie zuerst die allgemeine Hochschulreife und studierte dann Betriebswirtschaftslehre an der Berufsakademie Mannheim, Fachrichtung Spedition, Transport und Logistik. Seit Februar 2003 ist sie Assistentin der Geschäftsführung bei der 1992 gegründeten ILS; das Unternehmen operiert auf dem osteuropäischen Markt und befördert Zehntausende Stückgutsendungen nach und von 15 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Deswegen profitiert Irina auch von ihren Sprachkenntnissen: neben Deutsch spricht sie noch Russisch, Englisch und Spanisch. Sie fürt interne Mitarbeiterseminare durch und nimmt als Referentin an verschiedenen weiterbildenden Veranstaltungen teil.

Foto: Privat

 

 

Eugen Heinrich

heinrichBetreibt eine Rechtsanwaltskanzlei

Eugen Heinrich (31) ist Mitglied des Anwaltskollegiums Frankfurt/Main und betreibt eine eigene Rechtsanwaltskanzlei. 1991 zog die Familie aus Sibirien ins Gebiet Uljanowsk, wo sich damals Deutsche aus ehemaligen Verbannungsgebieten in Kasachstan. Mittelasien oder Sibirien ansiedelten. Eugen studierte Jura an der Filiale der Moskauer Lomonossow-Universität und der Universität Uljanowsk, sammelte erste Berufserfahrungen als Rechtsberater und stellvertretender Generaldirektor für Rechtsfragen einer großen Baufirma. Gleichzeitig lernte er hartnäckig Deutsch und konnte nach der Auswanderung nach Deutschland 1999 auch beruflich schnell Fuß fassen. Im Rahmen eines Ergänzungsstudiums an der Jurafakultät der Universität Gießen vertiefte er sein Fach- und Sprachwissen und absolvierte einen Kurs zur Zulassung am Landgericht Limburg und am Oberlandesgericht Frankfurt/Main. Bis zur Gründung der Kanzlei arbeitete er in einer Anwaltskanzlei in Gießen und in der Nieding&Barth Rechtsanwaltsaktiengesellschaft in Frankfurt.

Foto: Privat

 

Valentin Kramer

kramerPilot – fliegt einen Airbus A320

Unter Integration versteht Valentin Krammer (30) Toleranz, Anpassung und Weltoffenheit und somit auch Verständnis für andere Menschen, Kulturen und Lebensweisen. Der Beruf eines Piloten bringt es mit sich, dass man ständig mit Menschen aus anderen Ländern mit ihren Gepflogenheiten, ihrem Brauchtum und ihren Eigenarten zusammenkommt. Als Kind kam Valentin Anfang der 90er Jahre mit seiner Familie nach Deutschland. Die Auswanderung war für ihn wie eine Landung auf einem fremden Planeten, alles war anders, als er es kannte – und überall sprachen die Menschen einfach so Deutsch, ohne sich dafür zu schämen oder sich verstecken zu müssen. Nach dem Schulabschluss studierte er an der Flugschule „InterCockpit“ – einem Unternehmen der Lufthansa-Gruppe, ist inzwischen Pilot und fliegt einen Airbus A320. Er genießt seinen anstrengenden Alltag und behauptet, seine Arbeit wäre auch sein Hobby und ein leidenschaftlicher Beruf. Sein Arbeitgeber ist die Fluggesellschaft FLYNIKI, sie ist in Österreich stationiert und beschäftigt ein deutsch-österreichisches Team.

Foto: Privat

 

Natalia Krieger

kriegerPolitologin mit internationalen Kompetenzen

Ein Interesse für Fragen der polotischen und wirtschaftlichen Transformation entwickelte Natalia Krieger (31) schon am Wirtschaftsgymnasium Nowokusnezk/Russland. Ein Stipendium des „Freedom Support Act“-Programms ermöglichte ihr ein Austauschjahr in den USA. 1994 wanderte die Familie nach Deutschland aus.  Natalia kam 1995 nach. Sie studierte Politologie und Volkswirtschaft in Köln mit Abschluss (2005) als Diplom-Politikwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Außenpolitik und Außenwirtschaft (internationale Wirtschaftsbeziehungen, politische und wirtschaftliche Transformation) und verfasste ihre Diplomarbeit zum Thema „Die westliche Russlandpolitik unter dem Aspekt der Energie-Versorgungssicherung“. Sie promovierte im fach Politikwissenschaft an der Universität Köln zum Thema „Die Demokratisierung und Menschenrechtspolitik der EU am Beispiel der GUS-Länder“ und ist wissenschaftliche Hilfskraft am Internationalen Konversionszentrum Bonn (BICC). Sie ist Mitglied der Amnesty International Deutschland.

Foto: Privatarchiv

 

Stanislaw Ott

ottDeutschlands bester Metall-Drecher 2006

2006 wurde Stanislaw Ott (25) Bundessieger im Wettbewerbsberuf Dreher bei der Handwerksjugend. Mit der praktischen Prüfung „Trapezgewindespindel mit Mutter und Passung“ war er sogar eine Stunde vor seinen Mitstreitern fertig. Außerdem mussten die Wettbewerber an einer traditionellen Drehbank ohne aktuelle Digitaltechnik arbeiten – mit viel Fingerspitzengefühl und ständiger Maßkontrolle per Hand. Nach sieben Stunden kam dann noch die theoretische Prüfung – die Erstellung eines CNC-Programms (Computerprogramm zur automatisierten Fertigung). „Soweit ich mich erinnern kann, hatten wir in der Region schon seit Jahren keinen Bundessieger mehr im Bereich Metall“, freute sich der Chef Josef Staudt. Stanislaw arbeitet bei Staudt-Hydraulik Geilenkirchen-Niederheid, hier kam er mit den Eltern aus Kaliningrad/Russland nach Deutschland. Mit Schweißgerät und anderem Werkzeug kann er perfekt umgehen. Von klein auf lernte er das von seinem Vater, der auch als Dreher im Betrieb arbeitet.

Foto: Theodor Thyssen

 

Ella Schindler

schindlerRedakteurin bei der “Nürnberger Zeitung”

In der Ukraine geboren und aufgewachsen, siedelte Ella Schindler 1992 im Alter von 16 Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland über. Schon in der alten Heimat hatte sie zwei Leidenschaften: Schwimmen und vor allem Schreiben. In Deutschland musste sie sich zuerst der Herausforderung Sprache stellen. Nach einem Sprachkurs sowie Hauptschul- und Realschulabschluss beendete sie ihre schulische Laufbahn mit der Fachhochschulreife. Ella Schindler studierte Sozialpädagogik in Nürnberg und arbeitete anschließend in England. Zurück in Deutschland sammelte sie Erfahrungen im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Durch ein Praktikum bei der „Nürnberger Zeitung“ hatte sie ihren Jugendtraum wiederentdeckt: „Ich will Journalistin werden!“ Am 1. Oktober 2004 begann sie das Volontariat bei der „Nürnberger Zeitung“. Inzwischen arbeitet die heute 31-Jährige als Redakteurin bei dieser Zeitung im Ressort „Die Region und Bayern“. Sie ist ein Mensch geworden, der sich in mehreren Sprachen und Ländern heimisch fühlt. In vielen Situationen hat ihr der Satz ihres ukrainischen Schwimmtrainers aus der Jugendzeit Mut gemacht: „Ich will, ich kann, ich werde.“

Foto: Hagen Gerullis

 

Dr. Tatjana Stykel

stykelNachwuchswissenschaftler-Preis für Mathematik

Für ihre Doktorarbeit „Analysis and numerical solution of generalizied Lyapunov equations“, die große internationale Beachtung gefunden hat, erhielt die Mathematikerin Tatjana Stykel (35) den Nachwuchswissenschaftler-Preis 2003 des Forschungsverbundes Berlin. Damit löste sie ein seit Jahren offenes Problem, das sich mit der sogenannten Verallgemeinerten Lyapunov-Gleichung beschäftigt. Mittels dieser Gleichung lässt sich unter anderem die Stabilität von dynamischen Systemen mit ihren Nebenbedingungen beschreiben, etwa von verschiedenen Komponenten in einem elektrischen Netzwerk. Tatjana wurde in Kasachstan geboren und studierte an der Universität Nowosibirsk Mathematik. Ihre Promotion in Deutschland begann sie an der TU Chemnitz und setze sie an der TU Berlin fort. Nach einem Forschungsjahr an der University of Calgary in Kanada ist Stykel seit 2003 Leiterin einer Nachwuchsgruppe im Forschungszentrum der TU Berlin. Für ihre revolutionären Forschungsergebnisse erhielt sie den Householder Prize 2005 Honorable Mention.

www.math.tu-berlin.de

Foto: Forschungsverbund Berlin

 

Dr. Irene Tröster

trosterDie Journalistin und Autorin Dr. Irene Tröster (36) ist bei vielen Foren und Veranstaltungen eine gefragte Expertin zu Aussiedlerfragen. Beim Südwestrundfunk in Stuttgart berichtete sie über das Leben der Deutschen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Geboren in Kasachstan, kam mit sieben Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte sie Wirtschaftswissenschaften an der Uni Hohenheim in Stuttgart und schrieb anschließend ihre Doktorarbeit „Wann ist man integriert. Eine empirische Analyse zum Integrationsverständnis Russlanddeutscher“, die in Buchform erschienen ist. Die Aussiedlerproblematik hat sie seither nicht losgelassen. Sie berichtete als Journalistin beim SWR über das Leben der russlanddeutschen Zuwanderer in Deutschland und beteiligte sich als Referentin bei zahlreichen integrativen Veranstaltungen, unter anderem der evangelische Kirche, der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. und anderen Eirichtungen. Nach der Babyzeit will sie so bald wie möglich wieder in den Beruf einsteigen.

Foto: Privat

 

 

Anton Uselmann

uselmannBundesweit gefragter Kampfkunstlehrer

Zweimal wöchentlich bringt Anton Uselmann (35) im Wiesbadener Haus der Heimat Kindern und Erwachsenen die chinesische Kampfkunst „Wing Tsun Kung Fu“ bei. Als bundesweit gefragter Kampfkunstlehrer leitet er Selbstverteidigungskurse und Sicherheitstraining für Polizei, Personenschutz und Security, Bankbeamte und Manager, außerdem bildet er Trainer aus. Als 21-Jähriger kann er 1993 mit seinen Eltern aus Karaganda/Kasachstan nach Deutschland. Nach einem Intensivsprachkurs und bundeswehrdienst bildete er sich als Sicherheitsfachmann und Detektiv aus. Schon als Schüler begeisterte sich Anton für Kampfsport und fand auch hier schnell Anschluss daran. Er ließ sich als Instrukteur für Nahkampf ausbilden und profilierte sich in verschiedenen anderen Lehrgängen. 1997 gründete er seine erste WingTsun-Kampfsportschule, inzwischen betreibt er insgesamt drei, wo verschiedene Kampfsportarten und Selbstverteidigungssysteme angeboten werden. Seit 2000 ist er auch selbstständiger Detektiv und betreibt eine Detektei.

www.dar-wiesbaden.de

Foto: Anatoli Papenheim

 

Andreas Wagner

wagnerBetriebswirt mit Faible für Bardenmusik

Andreas Wagner (32) ist Dipl.-Betribswirt mit einem Faible für Bardenmusik. Mit 17 kam er 1993 nach Deutschland. Er holte sein Abitur nach, studierte 1996-2001 Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim und verbrachte ein Auslandssemester in Frankreich. Seine berufliche Laufbahn startete er im internationalen Tranee-Programm der HypoVereinsbank, engagierte sich im Manager-Nachwuchs-Programm und baute eine Osteuropapräsenz seiner Firma auf, wobei er von seinen Sprachkenntnissen (Russisch, Ungarisch, Polnisch, Rumänisch, Englisch und Französisch) profitierte. Auch sein Hobby Bardenmusik hat er neu entdeckt. Andreas frägt nicht nur Stücke anderer Liedermacher vor, sondern schreibt auch eigene Texte und tritt auf – etwa bei dem Bardentreffen (2006) in Nürnberg, bei Liedermacherfestivals in Göttingen, Erfurt und Stuttgart. Auch bei Auftritten in Ungarn oder Polen versammelt er begeisterte Zuschauer. Seine Lieder erzählen von den Absurditäten des Alltags, von Freude und Frust, Liebe und Lust, Zuversicht und Zukunftsangst.

www.andreas-wagner-lieder.de

Foto: Privat

 

Natalia Wegner

wagner_nataliForscht im Bereich Biochemie und Immunologie

Der hessische Landeswettbewerb „Jugend forscht“ war für die Abiturientin Natalia Wegner (24) das Sprungbreit in die Wissenschaft. 1990 kam sie mit ihren Eltern aus Kasachstan nach Deutschland. Beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ 2003 belegte die Gymnasiastin aus Darmstadt den 1. Platz im Fachgebiet Biologie mit einem Projekt zur Biosynthese von Zellulose (sie isolierte einen Enzymkomplex aus Spinat, mit dem man aus Zucker hochreine Zellulose gewinnen kann). Das innovative Projekt, von der Jury als „ersten Schritt zur umweltfreundlichen Papierproduktion“ hervorgehoben, sicherte ihr auch beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ den 2. Platz und einen Forschungsaufenthalt am Smith College in der USA. Danach studierte Natalia Biochemie an der TU München und ging im Herbst 2006 nach London. Als beste des Jahrgangs absolvierte sie ein forschungsbasiertes Master-Jahresstudium in Biochemie am Imperial College London. Seit 2007 arbeitet die Forscherin an ihrer Doktorarbeit in der Medizin-Fakultät (Imperial College) auf dem Gebiet Immunologie.

Foto: Privat

 

Projekte helfen, einander zu verstehen

projekte_helfen2Aufklärung, mitgebrachte Stärken und Selbstorganisation – dies sind drei Säulen, auf die sich das bundesweite Jugendprojekt der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. stützt.

projekte_helfen1Das Wissen um die kulturhistorischen Hintergründe der zugewanderten Jugendlichen und ihre Erfolge in der neuen Heimat will die Projektleiterin Ludmila Kopp den gängigen Stereotypen und Vorurteilen über junge Deutsche aus Russland entgegensetzen.

„Open Play Aktion Integration“ ist ein ressourcenorientiertes Projekt, das Jugendliche bei der Organisation von gemeinsamen Aktivitäten, Spielaktionen und Workshops berät und unterstützt. Das Anliegen der Projektleiterin ist es, junge Zuwanderer zu ermuntern, sich zu öffnen und ihre Integration selbst zu gestalten.

 

Selbstorganisation der jungen Deutschen aus Russland


(aus der Satzung des JSDR)

selbstorganisation

Der Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland (JSDR) ist die Jugendorganisation der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. und hat als solche Mitgliedschaft in dem Jugendverband djo-Deutsche Jugend in Europa e.V. Darüber hinaus will der JSDR auch mit allen Organisationen, Institutionen und Vereinen, die in der Integrationsarbeit tätig sind, zusammenarbeiten.

 

Unterstützung in sozialrechtlichen Angelegenheiten

macht Sozialreferent mit langjähriger Erfahrung

Montag - Freitag
von 9:00 bis 15:00
und nach Vereinbarung
Tel.: 0341-333-85-973

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